228 Prozent – die Erklärung

Und es hätte doch alles so schön gepasst: Der Flug nach Adelaide ist längst gebucht und bezahlt, die Reise angezahlt und die Buchungsbestätigung und die Reiseplanung schlummern schon seit Wochen in der Schublade. Dass das mit dem Hubschrauberfliegen nicht klappen wuerde, wusste ich ja bereits. Dass das Interesse an der Reise eher verhalten ist, hatte Margaret auch schon durchblicken lassen.

Heute ruft mich am späten Nachmittag Cathryn Hart von SCCE an. Sie informiert mich, dass der Trip nach Central Australia nicht stattfinden wird und dass ich bitte keine Flüge buchen solle. Dumm nur, sage ich ihr, dass das längst geschehen und auch dem Reiseveranstalter Beyond Tours schon seit Wochen bekannt ist. Es sei noch etwas auf dem Postweg bezüglich des Trips und wegen der Flüge würde sie noch einmal auf mich zurückkommen.

Aus anderen Quellen bekomme ich dann, was im Moment noch bei der Post liegt: Die aktuellen Reiseinformationen für den Trip nach Central Australia in der überarbeiteten Fassung für zukünftige Austauschschüler. Statt zehn Tagen sind es nur noch vier – Ankunfts- und Abreisetag großzügigerweise mitgezählt. Sonst bleiben ja auch nur noch zwei Tage übrig.
Dementsprechend ist die Reise an allen Ecken und Enden gekürzt. Adelaide, Alice Springs, Marla Bore und die Southern Flinders Ranges tauchen im Programm gar nicht mehr auf. Der Kamelritt ist nur noch optional, was vermutlich bedeutet, dass er aus eigener Tasche gezahlt werden würde. Coober Pedy ist auch nicht mehr im Programm enthalten: Anstelle dort die unterirdischen Häuser zu erkunden, gibt es jetzt einen Spaziergang und eine Fahrradtour. Und von Sonnenauf- und Untergang am Ayers Rock ist nur noch die Hälfte übriggeblieben. Die zweite Hälfte.
Kosten soll die Sparpackung allerdings stolze 500 Dollar – dazu kommen natürlich noch die Flüge zum Ayers Rock. Der Tagespreis* ist damit 128 Prozent teurer. Macht 228 Prozent des ursprünglichen Preises – das halte ich für ein starkes Stück.

Das findet übrigens auch Mick Irwin, der Manager von Beyond Tours. Der wusste von seinem Glück übrigens noch gar nichts, als ich ihn kurze Zeit später anrief. SCCE habe die Reise abgesagt, das sei richtig. Allerdings befinde man sich noch immer in den Verhandlungen. Denn schließlich wolle man den Vertrag nur ungerne verlieren, nachdem man schon seit zwei Jahrzehnten mit SCCE zusammenarbeitet.
Die Pläne von SCCE sind allerdings schon weit über den Verhandlungsstatus heraus: Der neue Anbieter ist bereits gefunden und nimmt Buchungen für die bereits terminlich festgelegten Reisen entgegen. Das klingt, als würde man sich auf einfache Art und Weise einem langjährigen Partner entledigen. Gründe: Unbekannt.
Die ursprüngliche Planung für dieses Jahr sah eine Teilnehmerzahl von ungefähr 80 Personen in zwei Reisebussen vor, letztes Jahr waren es aufgrund des Interesses eine ganze Menge mehr, was bei mir wieder Zweifel bezüglich der Begründung SCCEs, der Trip sei nur unzureichend ausgebucht.
Die überarbeitete Planung für den Central Australia Trip sieht vier verschiedene Daten vor: Neben dem 28. März und 11. April stehen in 2008 auch der 30. Mai und der 3. Oktober zur Verfügung. Natürlich nur für alle, die lange genug in Australien sind. Aus verlässlicher Quelle habe ich ausserdem erfahren, dass die Teilnehmer, die im April abreise, für die zwei bis dahin stattfindenden Reisen Priorität erhalten.

Für alle, die schon gebucht und bezahlt haben – allzuviele können es ja nicht sein -, sei gesagt, dass laut SCCE die Anzahlungen zurückerstattet würden.

Und natürlich ist nicht alles schlecht. Reformen sind ja auch nicht immer nur negativ. Denn man kann jetzt mit Barschecks, per Überweisung und Kreditkarte bezahlen. Das ist wohl dem neuen Reiseveranstalter „Adventure Tours Australia“ zu verdanken. Und der Schlafsack (oder zumindest dessen Nutzung) ist in den 500 Dollar Reisekosten enthalten. Ob das allerdings mehr als ein Trostpflaster ist, für alle die, die sich auf einen bezahlbaren Trip, der mehr als drei Übernachtungen bereithält, gefreut haben, wage ich ernsthaft zu bezweifeln.

Den Teilnehmern des zukünftigen Queensland-Trips kann ich auch keine besseren Neuigkeiten vermelden: Hier sieht es nicht wesentlich besser aus, statt 228 Prozent zahlen sie 221 Prozent des ursprünglichen Reisepreises und vom Wohnen im Regenwald können sie nur träumen.

*) Berechnung ohne Beachtung der An- und Abreisetage

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