Ostereier für alle!

Frohe Ostern an alle meine Leser – auch die, die mich über den größtenteils vom Redakteur neu geschriebenen meinen Osterartikel bei SPIEGEL online gefunden haben!

Und ein großes Entschuldigung an meine Stammleser – ich weiß, dass es in den vergangenen Wochen etwas ruhig im Blog war und: Ich gelobe Besserung! Die Ferien haben gerade begonnen und ich bin zuversichtlich.
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Wer den Artikel übrigens im Original lesen möchte, wird hier fündig:

„Manchmal fühle ich mich in Australien durch und durch zu Hause. Dann nämlich, wenn sich bereits kurz nach Jahresanfang im Supermarkt die Osterschokolade stapelt. Und das macht sie ganz genau so wie in Deutschland: Große, Kleine, Dicke, Dünne. Ostereier und Hasen. Und was da sonst noch so herumhoppelt. Nur Milka-Schokolade suche ich vergebens: Lindt gibt es und auch „Cadbury“ aus dem Land der Queen. Aber weit und breit keine lila gefleckten Osterhasen.

Der wichtigste der Osterfeiertage sei überhaupt Karfreitag, erzählt mir mein Gastvater. Der sei schließlich als einziger Tag des langen Wochenendes noch nicht kommerzialisiert worden. Und wir würden wir in die Kirche gehen. Zugegebenermaßen: Das ist etwas, was ich noch nie an einem Karfreitag gemacht habe. Überhaupt war Ostern für mich bislang immer eher die Jahreszeit, die auf der Jahresuhr nach „Weihnachten“ kommt. Die Jahreszeit, die den Notstand auf dem Fensterbrett behebt, nachdem es kurz zuvor dem letzten Weihnachtsmann aus Schokolade an den Kragen gegangen ist. In der man vielleicht sogar im Schnee im Garten die Ostereier sucht. Und nicht bei 44 Grad, die der etwas aus dem Rhythmus gekommene Sommer uns noch in der Woche vor Ostern beschert.

Bei uns zu Hause entdecke ich hingegen nichts, was auch nur entfernt an Ostern erinnert. Oder doch: Wir haben Hühnereier im Kühlschrank. Mehr dann aber auch nicht. Im nächsten Ort kommt auch nur sehr bescheidene Osterstimmung auf. Ein paar Geschäfte verkünden, dass sie über die Feiertage geschlossen sind. Aber ich sehe keine Ostereier in den Bäumen der Vorgärten baumeln. Vielleicht wohnen wir einfach zu weit draußen, als dass der Osterhase sich hierhin verirrt?

Und das mit dem Osterhasen ist auch so eine Sache, erzählt man mir. Denn eigentlich sind die Australier auf die Löffeltiere überhaupt nicht gut zu sprechen. Seitdem die sich Anfang des letztens Jahrhunderts zu Milliarden über den Kontinent hermachten, gelten sie als Pest. Und das wiederum passt nicht so ganz in das Bild des lieben netten Osterhasens, der die Kinder fröhlich beschenkt. Die Invasion führte auch zu anderen Problemen: Die „Bilbies“, die australischen Kaninchennasenbeutler, hatten auf einmal vegetarische Konkurrenz. Ihre europäischen Namensvetter machten ihnen das Futter strittig und drängten sie dorthin, wo es nicht mehr genügend Futter gab. Pech gehabt, möchte man meinen.
Nachdem man sich den Darwinismus der Mutter Natur dann ein halbes Jahrhundert lang angeguckt hat, kam ein Australier auf die Idee, dass man den zwar knuffigen, aber doch unterlegenen Tieren helfen könnte. Die meisten Hasen war man mittlerweile wieder losgeworden, aufwändiger Umzäunung und Unmengen von Gift zu Dank. Man entschied sich, eine schokoladige Version der aussterbenden Art zu produzieren und zu verkaufen – und einen Teil des Erlöses zum Artenerhalt einzusetzen.

Dass man sich der Hasen auch auf eine etwas unterhaltsamere Art und Weise entledigen könnte, dachten sich damals einige wohl eher jüngere Menschen und machten sich auf den Ladeflächen ihrer Autos auf den Weg über die Felder. In der einen Hand eine Taschenlampe, in der anderen einen Stock. Und wer die Hasen zuerst sah, der durfte dann auch: Draufhauen und das Abendessen nach Hause bringen. Einen einprägsamen Namen hat das Ganze auch: „Bunny Bashing“, das dann allerdings gemeinsam mit den Hasen von der Bildfläche verschwunden ist.

Und ein paar Ostereier aus Schokolade gäbe es dann aber doch für meine Gastgeschwister, werde ich beruhigt. Nur einige wenige allerdings und die werden auch nicht jedes Jahr versteckt. Eine feste Tradition ist für Australier vielleicht doch zu einengend. Man ist lieber frei, wie zum Beispiel beim Campen oder Angeln am Ostermontag: Da kann man das ausgedehnte Wochenende mit einem oder zwei Bierchen ausklingen lassen. Und dazu wenigstens einmal im Leben ein Beuteltier aus Schokolade verspeisen.“

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Eine Reaktion zu “Ostereier für alle!”

  1. Isabel

    deren artikel ist ja grausam. Grammatisch. ganz und gar nicht gut zu lesen. ZUmindest nicht, wenn man einen höheren Standart gewohnt (gewöhnt) ist. Und dann noch höher von dir, monsieur. ich würde mich sehr freuen, wenn ich die mail adressen von dem Menschen, der den Artikel bearbeitet hat, bekommen könnte. nur so. rein aus interessen. nichts böses oder so.

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