Freitag der dreizehnte

Ich wache zwischen sechs und sieben Uhr auf, aber bleibe noch bis halb acht liegen, bis ich mich dazu aufraffe, aufzustehen. Die anderen sind auch schon alle auf und frühstücken, während ich mit einem Glas Milch vorlieb nehme und Jill das Haus verlässt.
Nach dem Frühstück fahre ich mit dem Mann von Jills Schwester nach Numurkah. Er werkelt dort mit ihrem Vater an seiner Motorsäge und dessen Computer. Ich besorge mit Jills Mutter meine Schuluniform bei „McPherson’s Mensland“: Zwei Hemden, einen Pullover, eine Hose. Das muss für den Anfang reichen. Zurück bei Jills Eltern hole ich das Frühstück mit zwei Toasts nach und habe das erste Mal seit dem Flughafen in Singapur die Möglichkeit, meine E-Mails zu lesen. Während ich den Spam aussortiere, erfahre ich, dass es bei Jill wohl nicht möglich sei, eine Breitbandverbindung zu bekommen. Und aus irgendeinem Grund funktioniere auch kein Breitband über Funk. Verflixt. Ich habe eine E-Mail von dem Funkamateur aus Shepparton erhalten, mit dem ich auch schon zuvor in Kontakt stand. Er bittet mich um einen Rückruf.

Als wir zurückkommen, verziehe ich mich kurz in mein Zimmer, um dann mit den Kindern und ihren Eltern auf eine nahegelegene Weide zu fahren, wo wir einige Äste zersägen und dann sortieren: Holz für den Kamin und Holz für das Lagerfeuer.

Weide

Ich habe selten ein Feuer so schnell brennen sehen wie dieses. Der Wind war stark und wir hatten Mühe, es anzubekommen, aber dann brannte es lichterloh. Wir lassen es brennen und kehren zurück auf die Farm, um zu Mittag zu essen. Hotdogs klingt zunächst nach einem gewohnten Essen. Wenn dann allerdings die Würstchen in einem penetranten Blutwurstrot gehalten sind, kostet es doch etwas Überwindung, sie – so ganz ohne Mayonaise, Ketchup und Röstzwiebeln, sondern stattdessen mit irgendeinem Chutney – zu essen. Aber schlussendlich ist es mir doch gelungen. Nach dem Essen bringen wir dem Mann von Jills Schwester einige Sandwiches, aber er ist schon auf dem Rückweg. Ich freunde mich mit den Pferden an, mache ein paar Fotos und hole Holz, um dann noch einige Erinnerungen am Laptop festzuhalten. Beispielsweise die Frage von Jills Neffen: „Do you have cows in Germany?“

Noch extremer, als ich es mir ohnehin schon vorgestellt habe, ist hier die Benutzung des „How are you?“ oder noch öfter „How are you doing?“. Und wie erwartet, reicht ein „Fine, thanks.“ völlig aus. Wenn es hochkommt, folgt darauf dann noch ein „good“, aber das ist schon recht selten. Die Verabschiedung erfolgt meist mit einem unverbindlichen „See ya!“.

Später versuche ich noch, den Funkamateur über seine Handynummer zu erreichen, aber aus irgendeinem unerfindlichen Grund klappt das nicht. Wähle ich die Nummer über meine CampusCard richtig, klingelt es nicht – wähle ich sie falsch, weist mich eine Computerstimmt zurecht.
Am Abend zeige ich noch einige Fotos, unter anderem vom Besuch der Emma Maersk in Bremerhaven im September 2006, den Pferden und meiner Familie und gehe noch früher als sonst ohnehin schon zu Bett: Um 8 Uhr, eine halbe Stunde bevor (anders als in Deutschland) hier der Spielfilm beginnt.

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2 Reaktionen zu “Freitag der dreizehnte”

  1. Kathi

    na du.. how are you ;D
    jaja das ist echt confusing vor allem machen die des immer so schnell. naja ehm.. was wollt ich nochmal sagen. ich wollte wirklich was sagen. was mit richtigem sinn und so.. hmm
    ahh ja „do you have cows in germany“ hmm i dont think so, oder? mich heute n mädchen in der schule gefragt was wir für ne sprache in deutschland sprechen… 😀

  2. Ich bin wieder hier… » down under - Lars bei den Aussies

    […] Vor einem Jahr kam ich gerade in Australien an. Jetzt bin ich wieder zurück. […]

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