Gastfamilienroulette

Wir waren gerade bei Charlotte, um ihr den Schlafsack, den sie mir freundlicherweise geliehen hat, zurückzubringen. Es gab einige interessante Erkenntnisse.

Die erste Erkenntnis, die genau wie erwartet ausgefallen ist, ist, dass Charlotte keine Gastfamilie für mich hat. Die zweite war, dass das möglicherweise einen Umzug bedeutet.

Wenn ich nämlich keine Familie finde, würde SCCE wieder für mich suchen – Victoria-weit. Charlotte wolle mich nicht mehr aufnehmen, nachdem sie im Internet meinen Blog gefunden habe. Schließlich würde ich ja sogar verraten, wo sie arbeite und da könne sie ja schließlich jemand kommen und sie mitnehmen (nein, Deutsch hat sie nicht gesprochen, der Wortlaut war vielmehr: „to come and … get me“ inklusive theatralischer Pause). Mir ist zwar immer noch nicht klar, warum alle Welt sich das Horrorszenario ausmalt, dass sie jemand googeln würde und ihnen dann am Arbeitsplatz auflauerte. Natürlich, es ist extrem realistisch, dass ein potentieller Täter nach einem Vornamen googelt (Nachnamen habe ich nur von meiner ersten Gastfamilie – und damit nicht von ihr – veröffentlicht), sich dann mein um die 50.000 Wörter umfassenden Blog – auf Deutsch! – durchliest, um ein Persönlichkeitsprofil zu erstellen, und dann die Bibliothekarin aus Australien kidnappt. Sieht man ja ständig im Fernsehen.
Einige andere Begründungen hätte ich sofort gelten lassen. Aber die war mir dann doch etwas zu abwegig. Nur ein bisschen. Und war da nicht noch irgenwas mit Kommunikation? Meine mich ganz dunkel an etwas erinnern zu können…

Und überhaupt habe sie sich ja eher darauf verlassen, dass ich selbst eine Gastfamilie finde. Ich möchte ihr jetzt nicht unterstellen, nichts getan zu haben, aber sie hat von keinen Aktionen erzählt, sondern nur davon, dass es stressig sei im Moment, und so kann ich ihr wohl nur die Flyeraktion vom letzten Mal zu Gute halten.

Auf jeden Fall solle ich das ganze am Sonntag beim Barbecue einmal mit Margaret besprechen, die – wie Charlotte meinem Gastvater Jerren erzählt – seit April schon die vierte Managerin für Victoria ist. Das sind nicht einmal zwei Monate pro Person. Andererseits bedeutet das aber auch, dass Nicki als Vorgängerin von Carmel nur für drei Monate diese Funktion ausgeübt hat – sonst kommt das nämlich nicht hin.

Die Aussichten sind also teils klar, teils bewölkt: Gastfamilie voraussichtlich irgendwo in Victoria. Weiter apokalyptische Stimmung bei SCCE. Aber dafür fangen in einer Woche endlich die Ferien an.

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Ein Hinweis am Rande: Für allgemeine Anfragen gibt es auch noch meine E-Mail-Adresse, für Grüße steht das Gästebuch jederzeit gerne zur Verfügung.


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