Regeln

Ein Wort zum Reisen in Australien:
Das alleinige Reisen außerhalb der „lokalen Gegend“ ist von Seiten des Austauschprogrammes von STEP IN und SCCE nicht gestattet. Was als „lokale Gegend“ gilt, bestimmt der jeweilige lokale Koordinator. Das kann ein Ort sein oder ein Gebiet von hunderten Quadratkilometern, wenn man nur weit genug draußen wohnt.
Diese Regelung hat bei mir schon öfters zur Verwunderung geführt, wenn sie auf die Praxis übertragen wurde. So wurde mir beispielsweise verboten, mit dem Zug von Shepparton nach Melbourne zu fahren und das, obwohl ich zu der Zeit schon sehr oft mit meiner Gastfamilie und auch schon für mehrere Tage in Melbourne gewesen bin und mich gut auskannte. Die Begründung meiner Koordinatorin zu diesem Zeitpunkt war, ich könnte entführt werden. Es war allerdings überhaupt kein Problem, mich nach Melbourne fahren zu lassen und dann nach Cairns zu fliegen. Das hätte ich auch alleine und mit Zwischenstopps in fünf verschiedenen Flughäfen machen können, solange am Zielflughafen ein SCCE-Mitarbeiter bereitsteht, scheint man beim Fliegen keine Bedenken zu hegen.

Ein Wort zu Reisen nach dem Schüleraustausch:
Laut den Regeln von STEP IN und SCCE ist die Rückreise nach Deutschland als Gruppenflug organisiert, wovon nicht abgewichen werden kann. Das ist in der Praxis jedoch möglich. Beispielsweise ist es möglich, sich von seinen Eltern bei der Gastfamilie abholen zu lassen und dann noch Urlaub in Australien zu machen. Nur um das Visum muss man sich selbstständig kümmern, was jedoch relativ unkompliziert ist, da das Touristenvisum sogar online beantragt werden kann.
Auch ohne seine Eltern zu reisen, ist möglich. Weitere Auskünfte hierzu gebe ich gerne per E-Mail.
In allen Fällen müssen die Eltern ein sogenanntes „programme release form“ von STEP IN und SCCE unterschreiben, das STEP IN und SCCE von der Haftung für alle Unternehmungen des Austauschschülers entbindet und auf Visa- und Versicherungsregelungen hinweist. Dieses Formular sei auch nützlich, wenn man für eine der Reisen, die SCCE anbietet, keinen Flug buchen konnte oder wollte, der es möglich macht, dass man von SCCE-Betreuern an den Flughafen gebracht wird. Dann könne man, so haben andere Austauschschüler mir berichtet, für einen Tag vom Programm pausieren und einen früheren beziehungsweise späteren Flug nehmen.

Ein Wort zum Alkohol:
Mir ist bislang einmal Alkohol angeboten worden. Und das war während der Zeit, in der ich bei meiner Koordinatorin in Shepparton gewohnt habe. Sie meinte, ich solle doch einmal probieren. Alle meine anderen Gastfamilien haben mir keinen Alkohol angeboten.
Und dann hätte ich natürlich auch in Cairns Alkohol bekommen können und zwar sogar von den SCCE-Betreuern gebilligt.
In Anbetracht dieser Tatsachen halte ich die Alkohol-Regel von STEP IN und SCCE zwar für gerechtfertigt, aber nicht auch nur im Ansatz für wirklichkeitsnah.

Ein Wort zum Arbeiten in Australien:
Die australische Einwanderungsbehörde gibt alle Studentenvisa zunächst ohne Arbeitserlaubnis aus. Die Visumsbedingung 8101 „NO WORK“ kann aber auf Antrag abgeändert werden. Das ist mit Kosten in Höhe von 60 australischen Dollar verbunden und ist ausdrücklich auch für Austauschschüler möglich. Letztendlich ist es daher meistens die Austauschorganisationen, die das Arbeiten verbieten. So auch SCCE mit der Begründung, der Schüleraustausch sei in erster Linie ein kultureller Austausch und dies würde sich nicht mit dem Arbeiten vertragen, Arbeit sei kein Teil der Kultur. In Anbetracht der Tatsache, dass es in Australien üblich ist, Ferienjobs zu haben und ab einem Alter von ungefähr 14 oder 15 Jahren bei McDonalds, Hungry Jack’s (dem australischen Burger King) oder KFC zu arbeiten und fast alle meiner Klassenkameraden schon seit Jahren einen Job haben, erscheint mir diese Begründung allerdings höchst konstruiert. Gerade in Australien ist Arbeit ein wesentlicher Teil der Kultur.
Praktika sind allerdings auch in Australien nicht unbekannt. Solange sie über die Schule durchgeführt werden, darf dabei auch beliebig viel Geld verdient werden. Formulare haben meist die careers workers, die für die Berufswahl an der Schule zuständig sind. In Victoria schreiben die Gesetze einen Mindestlohn von fünf Dollar pro Tag vor und beschränken Pratika über die Schule auf das Schuljahr, das zwar die Ferien zwischen den Terms, jedoch nicht die Sommerferien enthält. Schulpraktika sind üblicherweise fünf Tage lang.

Eine Reaktion zu “Regeln”

  1. Sunny

    Ich habe ein Schüleraustauschjahr mit Stepin gemacht und wurde extrem enttäuscht. Stepin hat anscheinend ein rein kommerzielles Interesse. Wenn das Geld erstmal überwiesen ist, wird bei Problemen nicht mehr wirklich geholfen. Das ganze Stepin-System ist nur auf Aussenwirkung und Marketing getrimmt. Wer zuviel Aufwand/Betreuung benötigt wird aussortiert: Ich musste das Programm nach schon nach 7 Monaten abbrechen. Bezahlt habe ich 10 Monate, und Stepin lehnt eine anteilige Rückzahlung kategorisch ab.

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